Zur Zeit ist "graveln" in jeder Munde; eigentlich nichts besonderes: Fahren auf Schotterstrassen mit einem rennrad-typischen Aufbau mit grobstollige Reifen.

Wenn ich nicht gerade ausgesprochene MTB-Strecken fahre, sind die Haustouren eigentlich "nur" Waldstrassen und Schotterpisten...

Also, warum nicht auch...?

Günstigste Neuware gibt es ab ca. 1000€, oder halt Gebrauchtes aufpimpen: es wurde ein Marin. Genauer ein Rennrad-Rahmen mit Carbon-Streben. Das Modell Verona hat zudem eine sog. "natural fit" Geometrie; ist halt nicht so sportlich ausgelegt - ideal fürs Graveln.

Kleiner Nachteil: alter Rahmen=schmale Reifen. D.h. es kommen nur 27,5" in Frage und der Hinterrad-Reifen bis zu 35mm. Hier passt zumindestens der G-One oder halt ein echter Crossreifen a la X-One. Vorne ist kein Problem, da eh eine neue Gabel mit Bremsscheiben-Adapter für eine Avid BB7 verwendet wird. Hinten verrichtet eine Felgenbremse tektro R559 mit lange Schenkeln die Arbeit. Vorne dreht nun ein Conti Terra Trail in 40er Breite. Auch 44er ist möglich, aber sieht im Vergleich zum Hinterrad dann optisch nicht gelungen aus - und dann kann man gleich ein MTB fahren.

Und ich habe tubeless ausprobiert, da es für 27,5" kaum vernünftige Fahrradschläuche gibt. Entweder sind es 26", die beim Einbau recht stramm anliegen, und unter dem Reifen gequetscht werden; oder 28", die gefaltet werden müssen. Sogar der Spezialist aus Holland hat mir nur einen 26" zugesendet... Egal, obwohl die Felge nicht tubeless-ready ist, kamen 2 Lagen tubeless-Band drauf, ein Ventil und mit Hilfe einer umgebauten Kunststoff-Flasche als Booster, wurde der X-One erfolgreich aufgeplustert. Bei 1,3" eignet sich eher die Befüllung über das Ventil. Der G-One musste erst ruhen, da dieser materialbedingt nicht so dicht ist/war; der X-One war auf Anhieb dicht. Vorteil von tubeless: bei der schmalen Bereifung, ein Zugewinn an Komfort, da nicht so viel Reifendruck notwendig ist.

Also weiter: kurzer Vorbau, Rennrad-Lenker mit leichtem Flare, Shimano 105 in 11-fach; dazu ein Adapter jtek 8, um mit MTB-Schaltwerk und grosse 11-42er Kassette zu fahren. Alu-Kettenblatt in 40 von Spécialités TA, dazu eine umgerüstete Dreifachkurbel noch mit Octalink-Lagersystem; die Kettenlinie passt perfekt. Und der Lieblings Ur-Flite.

Die eine oder andere Rahmen-Tasche muss naturlich sein.

Fotos folgen

Jedenfalls habe ich dieses Jahr schon mal den bodensee gravel giro abgefahren. Mal schauen was sich im nächsten Jahr so ergibt

Hype hin oder her; sicher macht es Spass mal eben mit einem Leichtgewicht an Rad über Schotterpisten und Waldwege zu wetzen, solange diese nicht zu MTB-lastig werden. Wurzelstrecken kann man damit vergessen - definitiv keine gute Idee (tested :).